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Geschichte
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Gesellschaft für Jenaplan - Pädagogik
in Deutschland e.V.

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Die heutigen Jenaplan-Schulen gehen primär auf die schulpädagogische Konzeption der Übungsschule des Erziehungswissenschaftlers Professor
Dr. Peter Petersen  zurück.

Dieser war ab dem 1. August 1923 Professor für Erziehungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und damit automatisch Leiter der Universitätsschule in Jena.

An dieser Schule wurde das schulpädagogische Konzept entwickelt, erprobt, angepasst und weiterentwickelt, welches ab 1927 unter dem Namen Jenaplan weltweit Schulgeschichte machte. Damit war die die Universitätsübungsschule mit einer zunächst startenden Unterbaugruppe von 6- bis 10jährigen Kindern die erste “Jenaplan-Schule” überhaupt.

Die Jenaplanschule wurde von vielen internationalen Reformpädagogen besucht und mit Hilfe des Instrumentariums der pädagogischen Tatsachenforschung (Mitarbeiterinnen Elsa Köhler und Else Müller-Petersen, die Frau Peter Petersens) wissenschaftlich begleitet.

In den Jahren ab 1933 machte Petersen den hoch riskanten Versuch, das Überleben der Jenaplanschulen und seiner Pädagogik durch eine Strategie der Zweigleisigkeit zu sichern: Einerseits mimte er mit einigen Vorworten, Textpassagen, Redebeiträgen (eine in Wirklichkeit nicht gegebene) Übereinstimmung mit nationalsozialistischen Gedanken. Andererseits artikulierte er auf außergewöhnliche Weise noch in demselben Buch oder derselben Rede klaren Widerspruch zu den inhumanen nationalsozialistischen Positionen, und dies alles in pädagogisch so wichtigen Fragen wie Integration, Inklusion, eigenständiges Arbeiten und Forschen, demokratische Partizipation oder mitmenschliche (nicht-militaristische) Umgangsformen in der Schule. Führende Nazi-Pädagogen erkannten die Unvereinbarkeit von Petersens humaner Pädagogik mit ihren eigenen Unterwerfungspädagogik und lehnten sie rundherum ab. Schon 1933 wurden die ersten Jenaplan-Schulen in Brandenburg von den Nationalsozialisten geschlossen, 1936 stoppte ein Erlass des Reichserziehungsministeriums in Berlin die weitere Ausbreitung der damals über 40 Jenaplanschulen. Petersen konnte nur seine Universitätsübungsschule in Jena über die Zeit des „Dritten Reiches“ hinüberretten.

Petersen, der als einer der wenigen nicht durch NSDAP-Mitgliedschaft belasteten Hochschullehrern an der Universität Jena am 09. Oktober 1946 die ersten pädagogische Fakultät in der damaligen Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ, ab Oktober 1949 DDR) gründete, musste mit ansehen, wie die mittlerweile 250 Schülerinnen und Schüler zählende Jenaplan-Schule durch das kommunistische Thüringer Ministerium für Volksbildung unter Leitung von Ministerin Dr. Torhorst am 11.08.1950 als “reaktionäres Überbleibsel aus der Weimarer Republik” geschlossen wurde.

Die internationale Reaktualisierung des Jenaplans wurde ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts vor allem durch Schulpädagogen in den Niederlanden (heute ca. 230 Jenaplanschulen!) und in Nordrhein-Westfalen vorgenommen.

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland wieder an die 50 Jenaplanschulen. Das Interesse an der Jenaplan-Pädagogik wächst auch in anderen Ländern, wie Belgien, Norwegen, Rumänien, Österreich, Italien, Portugal,– überall dort entstehen Kindergärten und Schulen nach dem Jenaplan. Auch das Interesse an Schulen mit einer intelligenten und sozialen Altersmischung, wie sie von der Jenaplan-Pädagogik beabsichtigt ist, nimmt weltweit zu, u.a. in den USA, Australien, Südafrika, Vietnam! Aus Japan hören wir von Übersetzungsvorhaben zu bekannten Jenaplan-Darstellungen.


Hartmut Draeger - Der Ritt auf dem Tiger -
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Hartmut Draeger:
Zur Ortmeyer-Kampagne gegen Petersen und den Jenaplan (mehr)

 

 

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