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POLITISCHES UMFELD UND ‚FÜHRUNG ZUR AUTONOMIE‘

Der mittlere Block, die Basisprinzipien 6-10 sind ein unerlässlicher Teil der Modernisierung des Jenaplans durch die Niederländer: Sie weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Verwirklichung der Kinderrechte und die Gestaltung einer humanen Schule eines breiteren, gesellschaftlichen und

Rahmens bedarf, den vor allem die Erwachsenen, in unserer Zeit mehr und mehr auch die hellhörigen und weitsichtigen Jugendlichen durchsetzen können und müssen. 

Die Schule als Ganze kann freilich im Zusammenhang ihrer finanziellen Abhängigkeiten nicht vollkommen autonom sein. Aber die Rede von der Schule als einer „relativ autonomen, kooperativen Organisation aller Beteiligten“ in Basisprinzip 11 enthält doch auch die Aufforderung zu möglichst autonomem Handeln, um die Alternativen des Jenaplans zur „Normalschule“ wirklich zur Geltung zu bringen.

Ein unerlässliche Bedingung wird gleich mit genannt: das kooperative Element, das Jenaplan-Schule erst zur kommunitären und basisdemokratischen Schule macht.

Die Jenaplan-Schule bedarf natürlich auch der inneren Gestaltung. Dabei stellen sich ebenfalls „Führungsfragen“: Petersen sagt hierzu (1930 und 1942):„Die beste Führung ist diejenige, in welcher der Erzieher die Fähigkeit besitzt, Menschenkinder anzuleiten, sich selbst Gesetze zu geben und sich selbst den besten Gesetzen zu unterwerfen, also zur Autonomie zu gelangen.“ (Vgl. Petersen: Führung zur Autonomie einer lernenden Gruppe)

Basisprinzipien 12-20 betonen wesentliche Merkmale der Jenaplan-Pädagogik, wie den zentralen Bezug zur realen Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder (z.B. ihre Familie, ihr Schulweg, ihre Lebens- und Erlebniswelt), aber auch zu den entwicklungsfördernden Kulturgütern.  Zu den gewünschten „pädagogischen Mitteln“ gehört u.a. das Vorleben von Haltungen, Reversibilität zwischen Erwachsenen und Kindern in der Schule (z.B. bei der Befolgung von Regeln und im Sprachgebrauch).